Palettenhauben richtig bemessen: Seitenfalte, Breite und Länge

Veröffentlicht · 4 Min. Lesezeit

Die Größe einer Palettenhaube darf nicht allein aus dem Nennmaß der Palette abgeleitet werden. Entscheidend ist die breiteste und höchste Kontur der fertig aufgebauten Ladeeinheit. Eine passend bemessene Seitenfaltenhaube folgt den Ecken, lässt sich ohne übermäßige Kraft nach unten ziehen und bietet am unteren Rand genügend Material für den vorgesehenen Verschluss.

Vor dem Messen die Ausführung klären

Eine übliche Palettenhaube ist ein großer PE-Seitenfaltenbeutel mit einer geschlossenen Stirnseite. Das Bestellmaß wird meist als Breite × Tiefe beziehungsweise Seitenfalte × Länge angegeben. Ein Flachbeutel ohne Falte wird dagegen über Liegebreite und Länge beschrieben. Beide Angaben sind nicht austauschbar. Eine Zeichnung sollte deshalb offene Seite, geschlossene Seite und Bedeutung jeder Zahl eindeutig zeigen.

Gemessen wird nicht die leere Palette, sondern eine versandfertige, gewickelte Ladung. Kantenschutz, Deckblatt, hervorstehende Kartons und das Profil der Stretchfolie gehören zum Außenmaß. Bei mehreren Stapelbildern werden alle Varianten erfasst und die größte praxisübliche Kontur gekennzeichnet.

Grundrechnung für eine Seitenfaltenhaube

Die lange Seite der Ladung heiße A, die kurze Seite B und die Gesamthöhe ab Palettenunterkante H. Technische Messhilfen für Beutel verwenden folgende Ausgangsbeziehung:

  • Haubenbreite: A plus Spielzugabe

  • Haubentiefe: B plus Spielzugabe

  • Haubenlänge: H plus B/2 plus Zugabe für den unteren Verschluss

Die halbe kurze Seite wird addiert, weil die geschlossene Haubenspitze auf dem Weg über die Oberseite Länge verbraucht. Spiel und Verschlusszugabe sind keine universellen Konstanten. Gleichmäßigkeit der Ladung, Foliendicke und -steifigkeit, manuelles oder maschinelles Überziehen sowie die Verschlussart beeinflussen sie. Die Formel liefert daher eine Bemusterungsgröße; sie ersetzt keine Probe an der realen Palette.

Rechenbeispiel: 1200 × 1000 × 1450 mm

Die gemessene Ladung sei 1200 mm lang, 1000 mm tief und 1450 mm hoch. Breite und Tiefe der Haube werden um das festgelegte Spiel größer gewählt. Der geometrische Ausgangswert der Länge beträgt 1450 + 500 = 1950 mm. Soll der Rand untergeschlagen, verklebt oder verschweißt werden, kommt die dafür notwendige Zugabe hinzu. Ragen Kartons bis 1240 mm vor, gilt dieses Istmaß und nicht das Nennmaß 1200 mm.

Berechnung bei einem Flachbeutel

Die Liegebreite eines Beutels ohne Seitenfalte muss mindestens die Hälfte des rechteckigen Umfangs aufnehmen. Die geometrische Untergrenze ist A + B, bevor Spiel ergänzt wird. Für eine Last von 1200 × 1000 mm ergibt sich somit zunächst 2200 mm Liegebreite. Steife Folie an harten Ecken, ungleichmäßige Stapel und manuelles Aufziehen können mehr Raum verlangen. Zu wenig Breite spannt die Ecken; zu viel Breite erzeugt störende lose Falten.

Fünf typische Messfehler

1. Nur das Palettennennmaß verwenden

Kartons, Säcke oder Bauteile können überstehen. Alle vier Seiten werden an der breitesten Stelle gemessen; einseitige Überstände sind gesondert zu notieren.

2. Höhe vom falschen Bezugspunkt messen

Soll die gesamte Einheit bedeckt werden, beginnt H an der Palettenunterkante. Wird nur das Produkt umhüllt, kann der Bezug anders liegen. Die Spezifikation muss dies ausdrücklich nennen.

3. Materialweg über die Oberseite vergessen

Das geschlossene Ende bleibt nicht ohne Längenverbrauch als ebener Deckel liegen. Etwa die halbe kurze Seite wird für die obere Geometrie benötigt. Fehlt diese Zugabe, ist der seitliche Überhang zu kurz.

4. Alle Ladeeinheiten gleichsetzen

Ausbeulende Säcke, wechselnde Kartonbilder und unterschiedliche Decklagen verändern die Hüllkontur. Minimum, typischer Wert und Maximum bilden eine belastbare Toleranzbasis.

5. Verschluss erst nachträglich festlegen

Freier Rand, Klebeband, Schweißnaht oder Umschlag unter die Palette benötigen unterschiedliche Längen. Mundrichtung und Nahtlage gehören vor der Freigabe in die Zeichnung.

Maße und Folienleistung getrennt betrachten

Das Maß bestimmt den Sitz; der Folienaufbau beeinflusst Durchstoß, Weiterreißen und Handhabung. Eine dickere Folie korrigiert keine zu enge Haube. Bei scharfen Ecken werden zunächst Kantenschutz, Ladebild und Kontaktstellen untersucht und anschließend reale Handhabungsversuche durchgeführt. Außenlagerung, Dauer, Farbe oder Opazität, UV-Anforderung und direkter Produktkontakt müssen separat definiert werden.

Poşetsan Date betrachtet bei einer Palettenschutzlösung Ladegeometrie, Anwendung und Verschlusszugabe gemeinsam. Für eine Bemusterung mit Poşetsan sollten A, B und H, größter Überstand, Fotos und Verschlussart vorliegen. Informationen von Date Plastik finden Sie zum Palettenschutz, zu PE-Beuteln und Säcken sowie zur PE-Beutelherstellung.

Prüfung des Musters vor der Bestellung

  1. Ladung im realen Versandzustand aufbauen und alle Achsen am Maximum messen.

  2. Breite, Tiefe, Länge, offene und geschlossene Seite in der Zeichnung markieren.

  3. Muster durch den üblichen Bediener mit dem üblichen Verfahren überziehen.

  4. Eckspannung, Leerraum oben und Reichweite des Randes an allen Seiten prüfen.

  5. Haube schließen und bei repräsentativem Transport, Stapeln und Lagern beobachten.

Freigegebene Maße, Folienbeschreibung, Zeichnung und Fotos der montierten Haube werden Teil der Einkaufsspezifikation. Damit wird aus „passt auf unsere Palette“ eine reproduzierbare Vorgabe für Produktion und Wareneingang.

Zurück zur Liste